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Dienstag, 07. November 2017

ATP Finals: Angriff der Jungstars

Über ein Jahrzehnt lang haben die „Big Four“ (Roger Federer, Rafael Nadal, Novak Djokovic und Andy Murray) das Herrentennis in noch nie dagewesener Manier dominiert. 2017 jedoch ist es zwei Jungstars nun – und nicht nur durch Verletzungspech von Djokovic und Murray – endgültig gelungen, im Machtgefüge an der Spitze mitzumischen: Alexander Zverev (20) und Dominic Thiem (24). Der Deutsche und der Österreicher nehmen die Nitto ATP Finals in der mächtigen Londoner O2-Arena (12. bis 19. November 2017) als Nummern 3 und 4 der Welt, ihren bisher besten Platzierungen im ATP-Ranking, in Angriff.

Zverev schreibt Geschichte

Während Zverev aufs erste Grand-Slam-Viertelfinale in seiner so jungen Laufbahn zumindest vorläufig noch warten muss (das Achtelfinale in Wimbledon blieb 2017 sein bestes Ergebnis), feierte der Hamburger nicht nur Turniersiege in Montpellier, München und beim ATP-World-Tour-500-Event in Washington, sondern sogar seine ersten zwei Triumphe bei ATP-Masters-1000-Turnieren, in Rom und Montreal. Er wurde dadurch der zu diesem Zeitpunkt erst fünfte Spieler, der sich abgesehen von den „Big Four“ seit 2011 bei einer der Top-Veranstaltungen der Herren-Profitour in die Siegerlisten eintragen konnte.

Thiems Liebe zur roten Asche

Für Thiem ging der Aufstieg in der Weltrangliste dieses Jahr ebenfalls munter weiter. Dies hat er im Gegensatz zu Zverev seinen konstanten Resultaten auf „Major“-Ebene (stets mindestens Achtelfinale) zu verdanken – und vor allem überaus beeindruckenden Auftritten auf Sand. Bei den French Open in Paris erreichte der Lichtenwörther so wie 2016 das Semifinale, in Madrid sein erstes ATP-Masters-1000-Endspiel, dazu das Finale in Barcelona (ATP World Tour 500), das Halbfinale in Rom (ATP Masters 1000) – und bereits im Februar in Rio de Janeiro seinen zweiten Erfolg bei einem ATP-World-Tour-500-Turnier.

Die Form spricht für Zverev,…

Nach den US Open waren Thiem in einem völlig verpatzten Herbst nur noch zwei Matchsiege auf der ATP-Tour vergönnt, dennoch nimmt er nunmehr seine bisherige Höchstplatzierung im Ranking ein und hatte er vorzeitig und hochsouverän zum zweiten Mal in Folge das Ticket für das prestigeträchtige und hochprämierte Jahres-Abschlussturnier in der englischen Hauptstadt gelöst. Ob seiner jüngsten Formkrise hatte sich der Niederösterreicher eher ratlos gezeigt, und so sollte das momentane Leistungsbild klar für Zverev sprechen – wenn es in London denn zu einem spannungsgeladenen Duell der guten Freude kommen sollte. Und dann auf Hartplatz.

… das Head-to-head für Thiem

Doch gewiss wird Thiem alles daran setzen, beim letzten Turnierstart des Jahres nochmal alle seine Kräfte zu mobilisieren, und auch seine im Vorjahr an Ort und Stelle schon gesammelten Erfahrungen könnten ihm gegen Zverev behilflich sein. Und trotz erwähnter, eher ungünstiger Vorzeichen will zudem nicht vergessen sein, dass das Match-up auf Seiten des Älteren zu sein scheint. Schließlich liegt Thiem in den direkten Vergleichen bis dato überlegen mit 4:1 voran. Auf Hartplatz sind sich die beiden allerdings erst zwei Mal gegenübergestanden, mit je einem Sieg für beide.