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Freitag, 20. Juli 2018

Die WM 2018 in Zahlen

Zum ersten Mal kam bei einer Fußball-Weltmeisterschaft der Videobeweis zum Einsatz. Das sorgte vor allem für eine besonders hohe Zahl an Strafstößen. Aber auch abseits davon bot die WM viele interessante Statistiken.

 

29 Elfmeter – so häufig wie in Russland haben die Schiedsrichter bei einer WM zuvor noch nie auf den Punkt gezeigt. Der bisherige Rekord lag gerade einmal bei 18. Allein elf Entscheidungen wurden dabei vom Videobeweis, der erstmalig zum Einsatz kam, unterstützt. Eine Zahl, die zeigt, wie sehr die neue Technologie den Fußball verändern wird. Laut FIFA-Auswertung halfen die Videoschiedsrichter nämlich erkennbar, die Anzahl der richtigen Entscheidungen zu erhöhen. Bei 99,3 Prozent soll die Trefferquote nach Angaben des Weltverbands gelegen haben, 2014 in Brasilien waren es noch 95,7 Prozent.

 

Besonders häufig profitierten England und Weltmeister Frankreich von der Elfer-Flut. Jeweils dreimal traten Harry Kane, mit sechs Toren bester Torschütze der WM, und Antoine Griezmann vom Punkt an. Betrachtet man jedoch noch weitere interessante und vermeintlich entscheidende Zahlen der WM, fällt auf: In den meisten Statistiken war Frankreich nur Mittelmaß.



Passmaschinen scheiden früh aus

 

Mit einer Passquote von 81,5 Prozent liegt die Equipe Tricolore im Ranking der 32 Teams lediglich auf Platz 15. Weniger überraschend hingegen, dass die Franzosen im Schnitt nur 11,9 mal pro Spiel aufs Tor schossen. Für seine kaum risikoarme, eher defensive, aber eben auch abgeklärte Spielweise musste das Team von Trainer Didier Deschamps vom ersten bis zum letzten Spiel viel Kritik einstecken. Lediglich das 4:3 gegen Argentinien im Achtelfinale bot spektakulären Offensiv-Fußball. Im Vergleich zu den vor dem Turnier als Mitfavoriten gehandelten Spaniern und Deutschen brauchte Frankreich allerdings deutlich weniger Pässe, um vors Tor zu kommen. Die DFB-Elf spielte nach Spanien die meisten Pässe mit der höchsten Genauigkeit und schoss im Schnitt gar 22 mal aufs gegnerische Tor – allerdings meist völlig harmlos, ohne die ganz großen Chancen zu erspielen. So sprang am Ende lediglich ein Tor heraus, und das nach indirektem Freistoß.


WM Offensiv Statistik Infografik

 



Ballbesitz ohne Raumgewinn

 

Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Ballbesitz. Die Teams mit dem meisten durchschnittlichen Ballbesitz waren wenig überraschend Spanien (68,8 Prozent) und Deutschland (67,3) sowie die ebenfalls eher behäbig nach vorne agierenden Argentinier (64). Alle drei schieden spätestens im Achtelfinale aus und hatten große Probleme, Lücken in der gegnerischen Abwehr zu finden. Die ungefährlichen Passstafetten rund 20 Meter vor dem gegnerischen Tor waren für die meisten Abwehrreihen leicht zu verteidigen.


WM Ballbesitz Statistik

 

In einer bei dieser WM tatsächlich entscheidenden Statistik sind die Franzosen jedoch vorne dabei. Knapp 57 Prozent ihrer Kopfballduelle gewannen die späteren Weltmeister. Damit verteidigten sie gegnerische Standards nicht nur gut, sondern waren selbst nach Freistößen und Eckbällen enorm gefährlich. Das zeichnete auch andere bei der WM erfolgreiche Teams wie Russland und vor allem England (62 Prozent) aus. Insgesamt fielen 73 der 169 Tore nach einem ruhenden Ball.


Devensiv Statistik

 



Perisic überzeugt vorne und hinten

 

Gleich nach Abpfiff des WM-Finals wurden wie gewohnt auch die herausragenden Akteure des Turniers verkündet. Die Wahl fiel dabei wenig überraschend auf Kylian Mbappé als besten Youngster unter 21, während Kroatiens Luka Modric die Trophäe als bester Spieler erhielt. Für Mbappé sprachen dabei nicht nur seine vier Tore und eine Vorlage, sondern auch sein beeindruckender Zug zum Tor, seine unaufhaltsamen Sprints und die herausragende Ballkontrolle. Kein Wunder, dass der erst 19-Jährige die meisten aller Dribblings wagte.


Top Elf

 

Erstaunliche Werte weist allerdings auch Ivan Perisic auf. Der Kroate verschuldete im Finale zwar einen unglücklichen Handelfmeter, war ansonsten aber eine der wichtigsten Säulen seiner Mannschaft. Das zeigt vor allem seine Laufstatistik: Der Linksaußen legte in sieben Partien 75 Kilometer zurück, so viel wie sonst kein anderer Spieler. Dazu erzielte er insgesamt drei Tore, eins davon zum wichtigen 1:1 im Halbfinale gegen England. Zum zweiten tragischen Helden der Kroaten wurde im Finale Mario Mandzukic: Der Ex-Bayer, der ebenfalls eine starke WM spielte, traf zum 0:1 ins eigene Netz. Es war das zwölfte Eigentor der WM in Russland, was einen weiteren Rekord bedeutet. Die bisherige Bestmarke von sechs Eigentoren hatte seit der WM 1998 in Frankreich bestanden.