Eigentor-Marathon! Der Erdogan-Fluch!

Die Affäre um Özil und Gündogan droht weiter zu eskalieren – auf der Basis einer Eigentor-Flut, verursacht in erster Linie von den beiden Spielern, sehr wohl aber auch vom DFB und dem Bundestrainer. Es wird in diesen Tagen viel kommentiert; die Pfiffe vieler Fußballfreunde auch symbolisch abseits von Leverkusen tun ein Übriges, sollten handelnde Personen allerspätestens jetzt energisch wachrütteln, zumal sie die Eskalation auch deshalb unterschätzten, weil der Kontakt zur Basis - siehe Eppan - immer mehr verloren geht. Bringen wir das Dilemma vollgestopft mit oberpeinlichen Inszenierungsfehlern bis zu dem arrangierten Bundespräsidenten-Treffen und dem Özil-Schweigen auf einen kurzen Kritik-Nenner.

Unmittelbar nach der oberdämlichen Erdogan-Posse redet Löw nicht nur mit den Betroffenen, sondern sagt ihnen, was sie in der Öffentlichkeit zu sagen haben. Nämlich, dass beide sich zu ihrer türkischen Sozialisation bekennen, sehr wohl aber gleichzeitig auch zu unserem Land. Und dass das Erdogan-Treffen ein schwerer Fehler war, der ihnen im Nachhinein leidtut.

Aus, ohne weitere Zwischen- und Nachfragen. Für Özil und Gündogan hätte es jetzt zwei Möglichkeiten gegeben. Entweder sie stehen wirklich hinter dieser Erklärung oder nicht. In letzterem Fall bleiben sie eben zu Hause. Menschen begehen Fehler, wir alle. Und genau das akzeptiert der Fußballfan außer wenigen Unverbesserlichen. Ganz gewiss würden Pfiffe verstummen, ganz gewiss würde das gesamte Team weniger unter diesem Dauerstress leiden und mit absoluter Sicherheit hätte der DFB ein ganz anderes Gesicht gezeigt als bei dieser Erneut-Peinlichkeit!