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Donnerstag, 23. August 2018

Kein neuer Rekordsommer in der Premier League

Wieder einmal haben englische Klubs im Sommer am meisten Geld ausgegeben. Und das, obwohl das Transferfenster zwei oder sogar drei Wochen vor den anderen großen Ligen schloss. Einen neuen Rekord gab es dennoch nicht.

317 Millionen Euro gab Manchester City im Sommer 2017 für neue Spieler aus. Mehr, als der komplette Kader des gut betuchten Bundesligisten RB Leipzig wert ist. Und auch andere englische Klubs griffen tief in die Tasche, um sich national wie international zu rüsten. Erfolge in Champions und Europa League blieben dennoch aus. Nicht nur deshalb erwartete die Fußballwelt 2018 einen neuen Rekordsommer. Von einer Rückkehr Ronaldos zu Manchester United bis hin zu einer Mega-Ablöse für Innenverteidiger Harry Maguire wurde wochenlang über astronomische Summen spekuliert.

Liverpool am kauffreudigsten

Eine neue Bestmarke verzeichnete die Premier League letztendlich jedoch nicht. Im verkürzten Transferfenster – die Manager hatten sich zuvor darauf geeinigt, dass Käufe nur noch bis zum 9. August getätigt werden können – gaben die englischen Erstligisten knapp 200 Millionen Euro weniger aus als noch im Vorjahr. Cristiano Ronaldo entschied sich für Juventus Turin, Harry Maguire blieb in Leicester und Jerome Boateng zumindest vorerst in München.

Liverpool am kauffreudigsten

Der FC Liverpool unter Jürgen Klopp stellte zwar einen vereinsinternen Transferrekord auf, gab aber nur etwas mehr als die Hälfte von dem aus, was Manchester City ein Jahr zuvor investiert hatte. Doch nicht nur deshalb blieben die Ausgaben unter denen von 2017. Tottenham, seit Jahren auf eine ausgeglichene Bilanz bedacht, verpflichtete keinen einzigen neuen Spieler. Das gab es in der Premier League seit Einführung des Transferfensters 2003 noch nie. Gleichzeitig schafften es die Spurs, ihre umworbenen Topstars wie Harry Kane, Christian Eriksen, Dele Alli und Toby Alderweireld zu halten. Verkäufe in andere europäische Ligen, deren Transferfenster noch offen sind, wären zwar weiterhin möglich, scheinen jedoch ausgeschlossen.

Zwei Rekord-Keeper auf einmal

Eine, beziehungsweise gleich zwei Bestmarken konnte die Premier League dann aber doch aufstellen, Erst verpflichtete Liverpool Romas Alisson, der mit einer Ablöse von 62,5 Millionen Euro Gianluigi Buffon als teuersten Torwart aller Zeiten entthronte. Nur ein paar Wochen später pulverisierte der FC Chelsea diesen Rekord jedoch. Der neue Coach und Manager Maurizio Sarri reagierte auf den Abgang von Thibaut Courtois zu Real Madrid und holte Kepa Arrizabalaga aus Bilbao als neue Nummer eins – für 80 Millionen Euro, das vierfache seines eigentlichen Marktwertes.

Zwei Rekord-Keeper auf einmal

Die durchschnittliche Ablösesumme fiel 2018 im Vergleich zu 2017 übrigens fast auf den Euro genau gleich aus. Die Liga verpflichtete lediglich weniger neue Profis als noch im Vorjahr. Dafür machte sie deutlich bessere Deals: Wurden letzten Sommer noch 65 Prozent über Marktwert für einen Spieler bezahlt, waren es diesmal nur 35 Prozent. Neben Kepa gab es nur einen einzigen Ausreißer: Der Brasilianer Fred, vor seinem Transfer 32 Millionen Euro wert, wechselte für knapp das Doppelte aus Donezk zu Manchester United.

Schnäppchen aus der Bundesliga

Profitable Geschäfte machten die englischen Klubs vor allem mit der deutschen Bundesliga. So verpflichtete Liverpool seinen neuen Mittelfeldstar Naby Keita für 60 Millionen Euro von RB Leipzig, knapp unter seinem Marktwert von 65 Millionen Euro. Und auch für Sokratis von Borussia Dortmund, der sich Arsenal anschloss und Yarmolenko, der ebenfalls von Dortmund nach West Ham ging, zahlten die aufnehmenden Vereine weniger, als die Spieler wert sind.

Schnäppchen aus der Bundesliga

Am meisten Geld investierten diesen Sommer bislang nicht etwa Liverpool, PSG, Barcelona und Real Madrid. Ganz oben findet sich nach dem Ronaldo-Transfer Juventus Turin mit Ausgaben von über 250 Millionen Euro. Zumindest in Frankreich und Spanien ist das Transferfenster jedoch noch bis zum 31. August geöffnet. Genug Zeit also für den nächsten Rekord.